Passivhausfenster – das sollte man beachten

passivhausfensterPassivhausfenster müssen bestimmte Anforderungen erfüllen, damit sie als solche anerkannt werden. In der Regel handelt es sich um dreifach verglaste Fenster, die nahezu so gut dämmen, wie eine Hauswand. Die innere Oberflächentemperatur darf bei diesen Fenstern selbst in der kalten Jahreszeit nicht unter 17 Grad Celsius sinken. Nur wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, lässt sich das Passivhaus ohne „aktive“ Heizung bewohnen und es kann genügend Wärme speichern.

Die Besonderheiten beim Passivhausfenster

Beim Passivhausfenster sind vor allem die Dämmeigenschaften beeindruckend. Sie entstehen aufgrund der hochentwickelten Wärmeschutzverglasung sowie speziellen Fensterrahmen. Die wichtigsten Merkmale sind dabei:

  • Die drei Glasscheiben werden mit einer hauchdünnen Metallschicht beschichtet, die als Wärmeblocker dient.
  • Die Zwischenräume zwischen den Scheiben sind mit einem leitunfähigen Edelgas befüllt.
  • Bei der Montage werden spezielle Dichtungsbänder und andere Hilfsmittel verwendet, um Lücken in der Dämmung und der luftdichten Hülle zu vermeiden.

Passivhausfenster – U-Wert maximal 0,8 W/m²K

Beim Passivhausfenster darf der U-Wert maximal 0,8 W/m²K betragen. Der U-Wert misst, wie viel Energie durch einen Quadratmeter geleitet wird, wenn eine bestimmte Temperatur vorliegt. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist er besser als Wärmedurchgangskoeffizient bekannt. Insgesamt unterscheidet man in drei U-Werte:

  1. U-Wert des Rahmens = Uf
  2. U-Wert der Verglasung = Ug
  3. U-Wert des gesamten Fensters = UW

 

Für Verbraucher ist der letzte Wert entscheidend. Generell ist der U-Wert auf eine bestimmte Fenstergröße bezogen, so dass er sich bei größeren oder kleineren Fenstern verändern kann. Laut DIN EN 14351-1 ist das Standardmaß eines einflügeligen Fensters von 1.230 x 1.480 mm festgelegt.

Passivhausfenster sorgen für Behaglichkeit

passivhausfenster2Ein entscheidendes Merkmal von Passivhausfenstern ist die Behaglichkeit, für die sie im Inneren des Hauses sorgen. Dafür sind zwei Werte entscheidend:

  1. Thermische Behaglichkeit
  2. Fanger’sche Behaglichkeitsgleichung

Die thermische Behaglichkeit wurde in den 1970er Jahren von Povl Ole Fanger, einem dänischen Forscher, untersucht. Er stellte fest, dass sich die Behaglichkeit einstellt, wenn sich der Mensch in seiner Wohnung wohlfühlt, die Wärmeabgabe des Körpers im Einklang mit dessen Wärmeproduktion befindet.

Fanger leitete daraus schließlich die Fanger’sche Behaglichkeitsgleichung ab. Er berücksichtigte unterschiedliche Faktoren, die sich einfach messen lassen, wie etwa

  • Bekleidung der Personen,
  • körperliche Tätigkeit, die ausgeübt wird,
  • vorhandene Raumlufttemperatur,
  • Luftfeuchte,
  • Luftgeschwindigkeit und
  • Oberflächentemperatur der Raumumschließungsflächen (Strahlungstemperatur).

Bei der Luftfeuchte muss sichergestellt werden, dass die Schwüle in Abhängigkeit zur Lufttemperatur nicht überschritten wird. Weiterhin darf es keine Zugluft geben, so dass eine maximale Luftgeschwindigkeit von 0,08 m/s vorliegen darf.

Die thermische Behaglichkeit wird auch in der DIN EN ISO 7730 definiert. Sie wird dabei als Predicted Mean Vote (PMV), zu Deutsch als durchschnittliche Empfindung, bezeichnet. Dabei gibt der Wert den subjektiven Grad der Behaglichkeit einer größeren Menschengruppe an. Nur wenn diese Behaglichkeit vorliegt, kann das Passivhausfenster seine Aufgaben optimal erfüllen.

Passivhausfenster = Warmfenster

Häufig werden Passivhausfenster zudem als Warmfenster bezeichnet. Dies liegt daran, dass deren mittlere Oberflächentemperatur nicht mehr als drei Grad Celsius unter die Raumtemperatur fallen darf. Das Passivhausinstitut hat bei herkömmlichen Fenstern festgestellt, dass sich Kälte an den Fensterscheiben staut und sie dann quasi nach unten fällt. Dort herrschen in der Regel um drei Grad Celsius niedrigere Temperaturen als in Kopfhöhe. Beim Passivhausfenster wird diese nach unten „fallende“ Kaltluft von vornherein verhindert.