Fenster Einbau: RAL-Montage, Altbau-Details & Anschlussfugen

Die Montage entscheidet über Energieeffizienz, Dichtheit und Lebensdauer. Dieser Hub fasst die Prinzipien einer hochwertigen, RAL-orientierten Montage zusammen und zeigt typische Problemstellen – besonders im Altbau.

Grundprinzipien der Montage

Die Leitidee lautet: innen dichter als außen. Innen schützt eine luftdichte Ebene die Dämmung vor feuchter Raumluft; außen sorgt eine schlagregendichte, diffusionsoffene Ebene für Wetterschutz und Austrocknung. Dazwischen liegt eine wärme- und schalldämmende Mittelzone. Alle drei Ebenen müssen lückenlos und kompatibel sein – sonst entstehen Zugerscheinungen, Tauwasser und Bauschäden.

Aufmaß & Planung

Vor dem Aufmaß steht die Detailplanung: Laibungsgeometrie, Dämmstärken, Fensterbankanschluss, Rollladenkästen und Sonnenschutz bestimmen Maße und Position. Prüfe Toleranzen und Fluchten, definiere Bezugspunkte und dokumentiere Besonderheiten (z. B. bröseliges Mauerwerk). Gute Planung verhindert Baustellenimprovisation.

Anschlussfugen: innen/außen/zwischen

Innen kommen luftdichte Bänder oder Anputzleisten zum Einsatz, außen schlagregendichte, dampfoffene Bänder oder Kompribänder. Die Mitte füllt ein geeigneter Dämmstoff (z. B. PU-Schaum, Mineralfaser, Multifunktionsband). Wichtig: kompatible Systeme, sauberer Untergrund, definierte Klebeflächen und dauerhafte Anbindung an angrenzende Bauteile.

Besonderes Augenmerk gilt den kritischen Ecken, der Bodenschwelle bodentiefer Elemente und den Übergängen zu Rollladenkästen. Hier entstehen häufig Wärmebrücken und Leckagen.

Befestigung & Lastabtragung

Die statische Befestigung muss Wind- und Nutzlasten sicher in den Baukörper leiten. Je nach Untergrund (Ziegel, Beton, Porenbeton, Holz) kommen Schrauben, Dübel, Laschen oder Montagezargen zum Einsatz. Abstände, Randabstände und die Lage der Verschraubung folgen Systemvorgaben. Bei schweren Elementen (Schiebeelemente) ist eine tragfähige, wärmebrückenarme Schwelle essenziell.

Altbau: typische Details

Alte Laibungen sind selten maßhaltig. Unebene Untergründe erfordern Ausgleich und sorgfältige Vorbereitung. Problemzonen sind bröselige Leibungen, verdeckte Hohlräume, fehlende Abdichtungen und alte Rollladenkästen. Wo möglich, integriere innenseitige Luftdichtheit und außenseitige Schlagregendichtheit in ein durchgängiges Konzept. Prüfe Wärmebrücken (z. B. mit Thermografie) und ergänze gezielt Dämmkeile.

Fensterbänke & Abdichtung

Außenfensterbänke benötigen seitliche Aufkantungen, Tropfkanten und eine schlagregendichte Anbindung an den Rahmen. Innenfensterbänke dürfen die Luftdichtheit nicht perforieren; plane durchgehende Bänder und geeignete Anputzleisten. In bodentiefen Situationen ist die Schwelle besonders zu schützen (Abdichtung, Entwässerung, thermische Trennung).

Checklisten & Dokumentation

  • Fotos der Anschlüsse (innen/außen), Materiallisten, Systemfreigaben
  • Blower-Door optional zur Qualitätskontrolle
  • Wartungshinweise für Nutzer (Dichtungen, Beschläge, Entwässerung)

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FAQ

Was bedeutet „RAL-Montage“ konkret?

Kein starres Produkt, sondern ein Konzept: funktionsgerechte Montage mit klaren Anforderungen an Luftdichtheit, Schlagregendichtheit und Dämmung.

Kann ich Fenster selbst einbauen?

Bei einfachen Situationen möglich, aber riskant. Fehler an der Anschlussfuge verursachen teure Schäden. Bei Sanierungen empfehlen wir Fachbetriebe.

Wie lange dauert der Austausch?

Abhängig von Umfang und Details. Wichtig ist weniger die Geschwindigkeit als die saubere, dokumentierte Ausführung.